Ein Virus setzt die Menschheit fest. Kann man frei sein, obwohl man eingesperrt ist? Ein ehemaliges Gefängnis aus der Kaiserzeit wird der Ort für ein Experiment.

66 Künstler/innen eingesperrt in 66 Zellen: Musiker/innen, Maler/innen, Bildhauer/innen, Tänzer/innen, Schauspieler/innen. Sie alle gehen für dieses Projekt hinter Gittern. Eine Stunde lang Kreativität in Isolationshaft – und wir übertragen ihr Werk live über Mikros und Kameras. Wir können sie sehen, sie uns aber nicht.

Das Experiment läuft zweigleisig: In getrennten Zellen sitzen in einer #JailSession jeweils zwei Künstler/innen aus unterschiedlichen Disziplinen. Auf der einen Seite entsteht etwas Visuelles, für die Kamera Sichtbares – auf der anderen der musikalische Soundtrack dazu.

Ein Cellist spielt Bach, elektronische Beats durchdringen das Gemäuer, eine Malerin haucht den kargen Wänden Leben ein, Kinder bespielen den Zellenboden mit Kreide. Bekannte wie unbekannte Künstler/innen suchen in diesem ARTHELPS-Projekt einen Fluchtweg aus der Gefangenschaft. Sie verwandeln die Haftanstalt in einen Ort der Freiheit.

Jeweils zwei Künstler/innen kommen nacheinander zwischen 17 und 19Uhr in eine Zelle – und können im Live-Stream beim Kreationsprozess beobachtet werden. Die Live-Sessions werden mit mehreren Kameras gefilmt, allerdings immer nur durch eine Perspektive live übertragen. Aus zusätzlich gedrehtem Material und Kurzinterviews mit den einzelnen Künstler/innen werden später kurze Porträts und Highlights der Sessions geschnitten und veröffentlicht.

Das Gefängnis liegt in Ostberlin und wurde zu Kaiserzeiten errichtet. Nazis quälten hier Andersdenkende, während der DDR Zeit mussten in diesen Zellen Republikflüchtlinge einsitzen, seit Mitte der 60er Jahre steht der Knast leer. Alles ist noch wie damals: Die Gitterstäbe, die Backsteinfassade, die Gucklöcher in die Zellen und auch die Holzpritschen sind geblieben. Nur die Farbe blättert mittlerweile von den Wänden ab.

Wir möchten uns auf die Suche nach Freiheit machen. Wir suchen einen anderen Blick auf diese Welt, mit Künstler/innen – den Träumer/innen unserer Zeit. Das, was sie uns mitteilen möchten, überwindet Mauern und Stahl. Gerade in unsicheren Zeiten wie diesen ist es uns ein Anliegen, Grenzen zu überwinden und unsere Aufmerksamkeit auch anderen zu schenken.

Unser Ziel ist es, Spenden für einen Workshop in einem Flüchtlingscamp zu sammeln. Die Idee dabei: Wir verbinden das laufende Projekt in Berlin mit einer Charityaktion. Jede(r) Einzelne merkt gerade, was es heißt, nicht frei zu sein. Visuell wird dieses Gefühl in den #JailSessions wiedergegeben – mit dem besten Mittel in schwierigen Zeiten: der Kunst. Musik und visuelle Botschaften überwinden die Mauern des Gefängnisses – und so möchten wir auch den Gemeinwohlgedanken nach außen tragen. Denn nicht weit von uns entfernt leben Menschen seit langer Zeit gefangen in Flüchtlingscamps und warten auf einen Funken Hoffnung.

Du magst uns bei der Umsetzung des Hilfsprojekts unterstützen?
Dann überweise Deine Spende an das ARTHELPS Spendenkonto mit dem Verwendungszweck „JAILSESSIONS“.

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PROJEKTORT
Berlin / Deutschland

PROJEKTLEITUNG
Lukas Augustin
Stefanie Vayhinger

PROJEKTTEAM
Simon Wörpel
Fabian Koppri
Thomas Lupo
Yasemin Lupo
Lukas Bärnreuther
Felix Eichhorn
Josua Graf
Franzi Dittman
Tabea Zorn
Martin Steiner
Juan Rojas
Matthias Schlesinger
Till Farken
Meike Schmid
Veronika Hertelein
Marie Louise Hein
Alessandra Galati

UNTERSTÜTZER
Talitha Brauer
Marie Louise Hein
Vineyard Berlin

Mit freundlicher Unterstützung von Matthias Schlesinger, Vorstandsvorsitzender von Kukuk e.V.

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